DMX 512 FÜR EINSTEIGER


Was ist DMX überhaupt?
 
DMX steht für „Digital Multiplex“ und ist ein digitales Kommunikationsprotokoll, das erstmalig 1986 von dem US-amerikanischen Theaterverband USITT (United States Institute of Theatre Technology, Inc.) dokumentiert und veröffentlicht wurde. Es hat sich schnell in der Veranstaltungstechnik zur Steuerung von Licht- und Spezialeffekten, wie z.B. Movinglites, etabliert. So wurde das Protokoll „USITT DMX512/1990“ (so die vollständige und korrekte Bezeichnung des nach einem leichten Update erschienenen Dokumentes im Jahre 1990) schnell zu einem weltweiten Branchenstandard für die Lichtsteuerung. Sein einziger Nachteil: es war keine Norm, die man technischen Prüfungen oder Auschhreibungen zugrunde legen konnte, sondern eine Verfahrensempfehlung eines Privatverbandes, nämlich der USITT.

 

Neuerungen zu DMX512
 
Im Concert- und Rentalbereich konnte sich DMX512 schnell etablieren. Damit in Deutschland auch eine Nutzung in Hallen, Theatern, TV und öffentlichen Events möglich wurde, hat eine Arbeitsgruppe der DIN, der auch ich angehört habe, eine deutsche DMX Version als DIN Norm DIN56930-2 erstellt. Diese bildet inhaltlich etwa den Stand der USITT DMX512/1990 ab, und ermöglichte DMX512 auch den Sprung in Theater, Stadthallen, TV und mehr.
 
In den USA wurde daraufhin die „Pflege und Weiterentwicklung“ von DMX512 der ESTA (Entertainment Services and Technology Association), dem amerikanischen Branchenverband, übertragen, der über einen zertifizierten Prozess verfügt, ANSI Standards zu erstellen. ANSI (American National Standards Institute) kann -wie das DIN- technische und Sicherheitsnormen veröffentlichen, die international anerkannt werden können.
 
So wurde daraufhin als DMX Weiterentwicklung die Version „ANSI E1.11 DMX512-A“ erstellt, die neue Timing- und Pegelinformationen enthält und die Nutzung verschiedener Startcodes (bisher war nur der feste Startcode „0“ erlaubt) beschreibt. Darauf aufbauend wurde die Version „ANSI E1-20 DMX RDM“ veröffentlicht, mit der das bisher nur unidirektional arbeitende DMX512 nun auch bidirektional nutzbar wurde, RDM (Remote Device Management) fähige angeschlossene DMX512 Teilnehmen können nun also auch antworten, abgefragt werden und mehr. „ANSI E1-37 ADDITIONAL COMMANDS“ legt mit mehreren Teilnormen eine Vielzahl zusätzlicher unter DMX RDM verfügbarer Konfigurations- und Abfragebefehle fest.
 
Mit der Norm „ANSI E1. 31 LIGHTWEIGHT STREAMING PROTOCOL sACN“ wird beschrieben, wie man DMX512 Telegramme über EtherNet verschickt.
 
Alle ANSI Standards lassen sich über den ANSI WebStore (https://webstore.ansi.org) beziehen.

 

DMX512 Datentransfer
 
DMX512 Daten lassen sich auf verschiedenste Weise übermitteln: drahtgebunden, über Lichtleitfaser, über Funk. Die einfachste ist sicherlich die drahtgebundene, wobei hier höhere Anforderungen an die Leitungsqualität zu stellen sind, da die digitalen Signale höhere Frequenzkomponenten (bis zu einigen Mhz) enthalten können. Daher sind Audio-Kabel ungeeignet, und damit sich diese nicht in eine DMX512 Installation „einschleichen“ können (und so die Signalkette beschädigen oder zumindest unsicher machen könnten) hat man 3-polige XLR-Steckverbinder (die für Audio-Anlagen benutzt werden), für digitale DMX512-Anwendungen per Norm ANSI E1-11 DMX512-A “verboten”. Klar, der 3-er Stecker würde reichen (wir brauchen ja nur 3 Pole: DMX+, DMX-, GND), aber der Kommunikationsschaden , den eine falsche Leitung in einem größeren Setup anrichten könnte, wäre möglicherweise erheblich und dazu noch schwer zu entdecken. Daher die Bitte: alle digitaltauglichen DMX Leitungen stets 5-polig konfektionieren!
 
Bei der Übertragung über Netzwerkkabel oder Glasfaser hat man die Option, entweder das DMX512 Signal direkt aufzumodulieren oder aber in ein anderes Format zu konvertieren- im Netzwerkfall könnte das z.B. sACN sein.
 
Im Funkbereich (WLAN) gibt es mehrere proprietäre, aber weit verbreitete akzeptierte Lösungen: z.B. CRMX von Lumen Radio oder W-DMX von Wireless Solutions.

 

DMX512 Datenaufbau
 
DMX512 ist eigentlich ein sehr einfaches Protokoll: gesendet werden insgesamt 513 format-identische 8Bit Datenbytes, die jeweils von einem Startbit und zwei Stoppbits umrahmt werden. Die Baudrate beträgt 250kbps, ein Bit dauert damit genau 4us.
 
Das erste gesendete Byte nennt man das Startbyte. Es bestimmt, welche Funktion den nachfolgend gesendeten Datenbytes (“Slots”) zukommt. Für die Übermittlung von Intensitätswerten hat es stets den Wert 0. Ein RDM Datenpaket wird durch das Startbyte 0xCC (204) gekennzeichnet. Details hierzu finden Sie auf unserer Website bei der Beschreibung der einzelnen DMX Standards.
 
Auf das Startbyte folgen dann die 512 Datenbytes, die die Werte für die Slots (Adressen) 1…512 enthalten. Und damit man weiss, wann die Übertragung eines Datentelegrammes beginnt, schaltet man einen “BREAK” mit mindestens der doppelten Byte-Länge (also mindestens 88us) vor.
 
Da jedes Byte mit einem Startbit beginnt, dessen Pegel LO ist, würde sich das nicht vom BREAK unterscheiden, dessen Pegel ja ebenfalls LO ist. Daher muss hier noch ein sog. “MAB” mit HI Pegel zwischengeschaltet werden. Dauer: mindestens 8us.
 
Zusammen haben wir also 88 + 8 + (513 x 44) = 22.668us als kürzestmogliche volle DMX Telegrammlänge (wird kürzer, wenn nur weniger Slots gesendet werden), was eine maximale Wiederholfrequenz von 44Hz ergibt. In Praxi wird der Wert (für volle Telegramme) jedoch kleiner sein, da einige Timingwerte (BREAK, MAB, MBB) aus Gründen der Übertragungssicherheit grösser gewählt werden.

 

DMX512 Universen
 
Eine Verbindung, auf der man DMX Telegramme mit bis zu 512 Datenslots Nutzlast verschicken kann, bezeichnet man als ein “DMX Universum”. Werden mehr Datenslots benötigt, weil man mehr Adressen bedienen muß, dann muß eine weitere Leitung, also ein weiteres Universum (mit wieder bis zu 512 Slots/Adressen) hinzugefügt werden. Bei der EtherNet-Übertragung (z.B. Per sACN) wird dem Datenpaket einfach eine Universum-Adresse hinzugefügt - fertig. Die Bandbreite der vorhandenen Leitung ist hier groß genug.

 

DMX512 Ausblick
 
DMX512 hat sich als absoluter Standard in der professionellen Lichttechnik etabliert. Erweiterungen des Standards werden laufend hinzugefügt. Mit RDMNet wird nun auch DMX RDM over EtherNet lauffähig. The Show can go on....


Letztes Update: 10.07.2026 (C) dmxrdm 2026